Blender - Interface

Autor: Karl Kühberger

Wenn man Blender das erste Mal öffnet, ist man leicht überwältigt von den vielen Buttons. Blender erscheint für den Anfänger nicht besonders intuitiv zu sein. Teilweise stimmt das sicher auch, aber zum Grossteil entsteht dieser Eindruck durch einige wenige unkonventionelle Eigenheiten von Blender, die aber zumindest teilweise später die Voraussetzung für ein besonders schnelles, ökonomisches Arbeiten bilden.

Ein paar dieser typischen Blender-Eigenheiten seien hier vorweggenommen:

  • Blender läßt nur das gleichzeitige Öffnen eines einzigen Dokuments zu.

  • Blender besteht im Wesentlichen aus einem grossen Fenster, das in beliebig viele nicht-überlappenden Fenster unterteilt werden kann.

  • Jedes dieser Fenster kann in einen anderen Fenstertyp verwandelt werden.

  • Das Auswählen von Objekten etc. erfolgt in Blender mit der rechten Maustaste.

  • Mit der rechten Maustaste öffnen sich also keine Kontextmenüs, wie man es von anderen Programmen gewohnt ist.

  • Drag&Drop wird kaum verwendet.



Blender 2.47 nach dem Download (Factory Settings)

 

Die folgende Grafik zeigt sehr anschaulich, wie die Oberfläche von Blender gegliedert ist. In der Grundeinstellung findet man drei Fenster, nämlich das grosse 3D-Fenster in der Mitte, das darunter liegende Button-Fenster und das Fenster mit den Voreinstellungen („User Preferences“ genannt), von dem ganz oben nur die Menüleiste sichtbar ist. Die Fenster sind durch eine dünne Linie voneinander getrennt, wobei die Grenzen zwischen den einzelnen Fenstern ganz einfach mit der linken Maustaste verschoben werden kann. Klickt man mit der rechten Maustaste auf die Grenze zwischen zwei Fenstern, so öffnet sich ein Auswahlmenü, das die Unterteilung oder das Zusammenfügen der angrenzenden Fensterbereiche („Areas“) ermöglicht, bzw. lassen sich hier auch Header ein-/ausblenden.

Der Header eines Fensters kann sich sowohl oben als auch unten befinden. Am Beispiel der Grundeinstellungen sieht man, dass der Header des oberen Fensters (Voreinstellungen) ebenso wie der vom 3D-Fenster an der Unterkante sitzt, während er beim Button-Fenster oben ist.

Man beachte: vergrößert man ein Fenster, so verkleinert man automatisch das angrenzende Fenster!

  • Der Dialog für das Öffnen, Speichern etc. von Dateien entspricht nicht dem gängigen Schema des jeweiligen Betriebssystem, sieht dafür aber immer gleich aus (egal, ob Blender in Windows, Mac OSX oder Linux verwendet wird)



Farblich gekennzeichnetes Schema

Der Fenstertyp ist links im Header ersichtlich. Klickt man mit der linken Maustaste drauf, öffnet sich ein Auswahlmenü mit dessen Hilfe sich der Fenstertyp ändern lässt (z. B. um aus einem Button- Fenster ein 3D-Fenster zu machen).


Button-Fenster

Button-Fenster beherbergen jede Menge Knöpfe, Eingabefelder usw. Eingeteilt werden sie in Kontexte und Subkontexte. Diese kann man sich auch als Menüs und Untermenüs vorstellen. Im Header des Button-Fensters fi ndet man links die Symbole für die Kontexte und rechts daneben die dazugehörigen Subtexte. Sie lassen sich durch Klicken auf die Symbole umschalten, bzw. kann man auch die Funktionstasten F4 bis F10 dafür verwenden. Wiederholtes Drücken einer Funktionstaste schaltet die dazugehörigen Subkontexte der Reihe nach ein.

Die (Sub-)Kontexte sind - wie der Name schon vermuten lässt - kontextsensitiv, es werden also nur die zum ausgewählten Objekt

passenden Buttons angezeigt.

Der Übersichtlichkeit halber sind die Buttons jeweils in so genannten Panels gegliedert. Diese sind teilweise als Stapel angeordnet, können aber einfach per Drag&Drop (an der Panel-Überschrift nehmen) getrennt werden oder durch Übereinanderlegen wieder gestapelt werden.

Ein Rechtsklick auf eine leere Stelle im Button-Fenster öffnet ein Auswahlmenü, das Optionen für eine horizontale, vertikale oder freie Anordnung der Panels bietet.


Fenstertypen


Bildschirmlayouts(Screens) und Szenen verwalten

 

Im Header des Voreinstellungsfensters befi nden sich folgende wichtigen Menüs:

  • File (Öffnen, Speichern, Import, Export usw.)

  • Add (Objekte hinzufügen)

  • Timeline (Steuerung der Keyframes in Animationen)

  • Game (Befehle für die Game-Engine)

  • Render (Render-Befehle)

  • Help (Links zu Tutorials im Internet, Shortcuts etc.)

Rechts daneben befi nden sich die Auswahlmenüs für die Screens (SCR) und Szenen (SCE).

Bei den Screens fi ndet man bereits vordefi nierte Fenster-Layouts, die für jeweils unterschiedlichen Arbeiten geeignet sind, und zwischen denen man schnell umschalten kann. Natürlich können auch beliebige eigenen Layouts erstellt und gespeichert werden.

Im Szenenmenü lassen sich verschiedene 3D-Szenen in einem einzigen Blender-File speichern und verwalten. Dabei lassen sich ganze Szenen kopieren oder verlinken, um beispielsweise mehrere Varianten einer Szene zu erstellen.

Die Informationen ganz rechts geben Aufschluss über Dinge wie Blender-Version, Anzahl der Polygone, Speicherbedarf usw.

 



Bildschirmlayouts(Screens) und Szenen verwalten